Exklusive tierärztliche Dienstleistung
Gebissberatung
In der Schweiz, in Baden-Württemberg und im Elsass
Gebissanpassung
Gebissverkauf
Gebisskunde-Vorträge
Untersuchung aller relevanten anatomischen Strukturen
Maulschonende Gebissskonzepte unter Berücksichtigung der individuellen Anatomie, Präferenz und Ausbildungsstand.
Fachlich fundierte Beurteilung der Gebissmechanik.
Spezialisiert auf Anlehnungs- und Rittigkeitsprobleme mit ganzheitlicher, interdisziplinärer Herangehensweise.
Feinabstimmung für Turnier- und Freizeitpferde.
Ablauf einer Gebissberatung
Vorgespräch und Untersuchung
Analyse des aktuellen Gebisses
Verschnallung von Gebiss und Zäumung
Untersuchung der Lage, der Mechanik und der Wirkung des Gebisses
Analyse vom Verhalten, der Mimik und der Zungenbewegung
Besprechung und Darstellung der Befunde mit dem Besitzer
Problemlösung
Bestehen Probleme in Bezug auf die Anlehnung, Maultätigkeit und Rittigkeit, müssen die Ursachen gefunden und behoben werden.
Liegen diese am Gebiss selber, werden besser geeignete Gebisse besprochen und am Pferd getestet.
Neben dem Zaumzeug spielen auch körperliche Probleme vom Pferd und auch der Reiter eine richtige Rolle und werden bei komplexen Problemen durch meine interdisziplinäre Herangehensweise adressiert.
Ein gut passendes Gebiss, mit welchem das Pferd sich wohl fühlt und feine Hilfen verstehen kann, ist aber immer die Basis.
Neues Gebiss
Wenn der Kunde kein alternatives und zufriedenstellendes Gebiss besitzt, greife ich auf mein Sortiment zurück.
Ich vertreibe ausschliesslich Gebisse, welche aufgrund der Passform und Mechanik pferdefreundlich sind und höchste Qualitätsstandards erfüllen. Hierfür arbeite ich zusammen mit der Firma Herm. Sprenger® und biete innovative Spezialanfertigungen an.
Das neue Gebiss wirk korrekt verschallt und das Pferd wieder in seinem Verhalten analysiert. Bei Bedarf wir das Gebiss beim Reiten oder bei der Handarbeit in meinem Beisein getestet.
Die klinische Relevanz
Das Gebiss ist über die Zügel das Bindeglied zwischen dem empfindlichen Pferdemaul und der Reiterhand. Wie das Gebiss im Pferdemaul und am Pferd wirkt, ist abhängig sowohl vom Gebiss selber, als auch von der Verschnallung und dem Umgang damit. Das Gebiss beeinflusst den Wirkmechanismus über folgende, äusserst variable Eigenschaften:
Material
Mundstück
Seitenteil
Verarbeitung
Die Auswahl an erhältlichen Gebissen auf dem Markt ist enorm und für den Konsumenten extrem unübersichtlich. Es gibt wenig Literatur über Gebisskunde und noch weniger qualifiziertes Fachpersonal, welche am Pferd Gebissberatungen durchführen. Ganz anders ist die Situation im Bereich der Sattelkunde. Dabei ist das passende Gebiss und der adäquate Umgang damit nicht weniger relevant für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pferde. So konnten in einigen Studien (Auflistung unten angefügt) Verletzungen in der Gebisslage in Verbindung gebracht werden mit dem Einsatz von Gebissen. Auch in meiner Praxis begegne ich nicht selten Verletzungen in der Gebisslage. Oftmals sind diese ein Zufallsbefund und die Pferde haben in vielen Fällen keine für den Reiter offensichtlichen Symptome gezeigt. Deshalb und weil nicht täglich nach dem Reiten das Innere des Maules kontrolliert wird, werden Verletzungen in den allermeisten Fällen übersehen. Hinzu kommt, dass Verletzungen der Schleimhaut in Relation zu der äusseren Haut sehr schnell verheilen.
Verletzungen sind allerdings nur der Gipfel des Eisberges. Ein weitaus verbreiteteres Problem sind die unmittelbaren Schmerzen, denen Pferde ausgesetzt sind durch das falsche Gebiss oder dem Umgang damit. Wie Schmerz verarbeitet wird, ist unter den Säugetieren sehr ähnlich. Es muss also davon ausgegangen werden, dass die Warhnehmung von Schmerz bei Pferden und Menschen vergleichbar ist. In einer neuen Studie (Musial und Weiss, 2025) wurden Druckschmerz-Wahrnehmungsschwellen von Menschen mit den in der Literatur beschriebenen Zügelspannungen im Reitsport verglichen. Es konnte gezeigt werden, dass nur die niedrigsten berichteten Zügelspannungen für Menschen schmerzfrei wären. Durchschnittliche bis maximale Zügelspannungen würden bei Menschen starke bis sehr starke Schmerzen erzeugen. Wenn man nun davon ausgeht, dass das Schmerzempfinden unter den Säugetieren gleich ist, würde dies bedeuten, dass weitaus mehr Pferde Schmerzen erleiden unter dem Einsatz von Gebissen und dem Umgang damit.
Ein weiterer Aspekt sind die weitreichenden biomechanischen und körperlichen Folgen von unpassenden Gebissen und unsachgemässem Umgang mit dem Gebiss.
Auch ein perfekt passendes, theoretisch maulfreundliches Gebiss kann also Schmerzen verursachen. Leider sind viele Gebisse auf dem Markt nicht maulfreundlich und können Schmerzen selbst bei feiner Reitweise verursachen. Auch relevant sind die grossen Unterschiede in der individuellen Anatomie der Pferde (Zungendicke, Maulwinkel, Laden, Maulspalte, Zahnstatus, etc.). Ein Gebiss kann also für das eine Pferd anatomisch passend sein, für das andere jedoch nicht. Zu der Passform hinzu kommen die höchst unterschiedlichen Wirkweisen von Gebissen. Es gibt leider viele Gebisse, welche aufgrund ihrer Mechanik und Machart entweder bewusst Schmerzen ausüben sollen oder aber unverständlich sind für Pferde. Beides beeinflusst die Reiterei negativ und somit das Wohlergehen der Pferde.
Studien über Verletzungen in der Gebisslage in Zusammenhang mit Gebissen:
Uldahl, M.; Bundgaard, L.; Dahl, J.; Clayton, H.M. Pre-Competition Oral Findings in Danish Sport Horses and Ponies Competing at High Level. Animals 2022, 12, 616.
Tuomola, K.; Mäki-Kihniä, N.; Kujala-Wirth, M.; Mykkänen, A.; Valros, A. Oral Lesions in the Bit Area in Finnish Trotters After a Race: Lesion Evaluation, Scoring, and Occurrence. Front. Vet. Sci. 2019, 6, 206.
Tuomola, K.; Mäki-Kihniä, N.; Valros, A.; Mykkänen, A.; Kujala-Wirth, M. Bit-Related Lesions in Event Horses After a Cross-Country Test. Front. Vet. Sci. 2021, 8, 651160.
Tuomola, K.; Mäki-Kihniä, N.; Valros, A.; Mykkänen, A.; Kujala-Wirth, M. Risk factors for bit-related lesions in Finnish trotting horses. Equine Vet. J. 2021, 53, 1132–1140.
Tell, A.; Egenvall, A.; Lundström, T.; Wattle, O. The prevalence of oral ulceration in Swedish horses when ridden with bit and bridle and when unridden. Vet. J. 2008, 178, 405–410.
Björnsdóttir, S.; Frey, R.; Kristjansson, T.; Lundström, T. Bit-related lesions in Icelandic competition horses. Acta Vet. Scand. 2014, 56, 40.
Mata, F.; Johnson, C.; Bishop, C. A cross-sectional epidemiological study of prevalence and severity of bit-induced oral trauma in polo ponies and race horses. J. Appl. Anim. Welf. Sci. 2015, 18, 259–268.